Stanley McKay, Gründer von Mantodeus

Stanley McKay

Steinmetz aus Familientradition, Kletterer von Natur aus, Gründer von Mantodeus.

Aufgewachsen in Steinhäusern

Wer wissen will, wie einer arbeitet, schaut sich an, wo er es gelernt hat. Hier erzählt Stanley selbst.

Ich bin in Häusern aufgewachsen, die es vorher nicht gab. Mein Vater hat sie gebaut, aus Stein, den er auf dem eigenen Grund gesammelt hat, erst in Schottland, dann in Portugal. Ein Zuhause, das nach Kalkmörtel roch und immer ein bisschen Baustelle war. Das Handwerk habe ich dort gelernt, lange bevor es ein Beruf war: Steine lesen, das Lager suchen, Mörtel anmachen, Mauern setzen, die hundert Jahre halten, ohne einen einzigen Sack Zement.

Das erste Steinhaus. Portsoy, Schottland

Ich habe nur die ersten sechs Jahre meines Lebens in diesem Haus verbracht, aber die Steinarbeit meines Vaters hat mich schon damals beeindruckt. Dieses Haus mit seinem dreieckigen Sturz ist bis heute mein Maßstab.

Das zweite Steinhaus. Alentejo, Portugal

Als ich sechs war, zog meine Familie nach Portugal und baute mitten auf dem Land eine Ruine wieder auf. Aufgebaut hat sie mein Vater, aus Stein und Lehm vom eigenen Grundstück, mit seinen drei kleinen Arbeitern natürlich: meinen beiden Geschwistern und mir. Wer als Kind einen Sommer lang Steine sortiert, entwickelt ein Gefühl dafür, welcher Stein wohin gehört. Das verlernt man nicht mehr.

Steven McKay, mein Vater und Lehrmeister

Mein Vater hat über 30 Jahre mit Naturstein gearbeitet. Von ihm habe ich das Mauern gelernt. Wir haben viel zusammen gebaut: Trockenmauern, Steinbrücken und das Naturstein- und Lehmhaus, in dem wir in Portugal aufgewachsen sind.

Von ihm kommt der Teil unserer Arbeit, der sich nicht beschleunigen lässt: Untergrund prüfen, bevor man etwas daran befestigt. Material selbst beurteilen, statt dem Etikett zu glauben. Und lieber eine Stunde länger überlegen, als etwas zu bauen, das in fünf Jahren jemand anders wieder aufmachen muss.

Vom Stein ans Seil

Zwischen Stein und Seil lag nur ein kurzer Weg. In Edinburgh und Glasgow habe ich an denkmalgeschützten Fassaden gearbeitet, wo beides zusammenkommt: Restaurierung mit Kalkmörtel und Geduld, ausgeführt im Seilzugang. An einem Hotel in Edinburgh waren es 130 Schiebefenster: Leinölkitt, ein traditioneller Fensterkitt aus Sand und Leinöl, und Anstrich, von Hand, am Seil. Denkmalschutz verzeiht keine Kompromisse, und ein Seil verzeiht keine Nachlässigkeit. Beides zusammen ist eine gute Schule.

Im Dezember 2022 habe ich Mantodeus in Schottland gegründet; seit Ende 2025 arbeiten wir von Berlin aus. Der Name verbindet Mantodea, die Gottesanbeterin, mit dem lateinischen deus: ein Tier, das sich in der Höhe mit Präzision und Kontrolle bewegt. Als Kind wollte ich Entomologe werden; die Gottesanbeterin war mein Lieblingstier.

Was davon heute in Berlin steckt

  • Substanz vor Tempo Wer gelernt hat, eine Mauer ohne Zement zu bauen, verankert auch keine Netze in der Dämmung.
  • Material prüfen, nicht glauben Am Steinbruch entscheidet das Auge, welcher Block taugt. Bei Edelstahl entscheiden Magnet- und Tüpfeltest beim Wareneingang.
  • Handarbeit dort, wo sie zählt Wer Denkmalfassaden im Seilzugang restauriert hat, weiß, dass sich Sorgfalt und Höhe nicht ausschließen.

Lernen Sie uns kennen

Am einfachsten bei einer Besichtigung vor Ort. Sie zeigen uns das Problem, wir sagen Ihnen, was nötig ist und was nicht.

Stanley McKayGründer, Ihr Ansprechpartner