Der Gründer
Stanley McKay
Steinmetz aus Familientradition, Kletterer von Natur aus, seit 2023 Gründer von Mantodeus. Wer wissen will, wie einer arbeitet, schaut sich an, wo er es gelernt hat.
Ich bin in Häusern aufgewachsen, die es vorher nicht gab. Mein Vater hat sie gebaut, aus Stein, den er vom Land geholt hat — erst in Schottland, dann in Portugal. Ein Zuhause, das nach Kalkmörtel roch und immer ein bisschen Baustelle war. Das Handwerk habe ich dort gelernt, lange bevor es ein Beruf war: Steine lesen, das Lager suchen, Mörtel anmachen, Mauern setzen, die hundert Jahre halten, ohne einen einzigen Sack Zement.
Das erste Steinhaus — Portsoy, Schottland
Ich habe nur die ersten sechs Jahre meines Lebens in diesem Haus verbracht, aber die Steinarbeit meines Vaters hat mich immer tief beeindruckt. Dieses Haus, mit seinem legendären dreieckigen Sturz, ist bis heute eine meiner großen Inspirationen.
Das zweite Steinhaus — Alentejo, Portugal
Als ich sechs war, zog meine Familie nach Portugal und baute mitten in der reinsten Landschaft eine Ruine wieder auf. Gebaut hat es mein Vater, aus Stein und Lehm vom Land — mit seinen drei kleinen Arbeitern natürlich: meinen beiden Geschwistern und mir. Wer als Kind einen Sommer lang Steine sortiert, entwickelt ein Gefühl dafür, welcher Stein wohin gehört. Das verlernt man nicht mehr.
Steven McKay — der, der mir den Stein beigebracht hat
Mit über 30 Jahren Steinarbeit und unzähligen Natursteinmauern war es mein Vater, der mir den Stein beigebracht hat. Wir haben viele verrückte Projekte zusammen gemacht — von Trockenmauern und Steinbrücken bis zum Bau des Naturstein- und Lehmhauses, in dem wir in Portugal aufgewachsen sind.
Von ihm kommt der Teil unserer Arbeit, der sich nicht beschleunigen lässt: Untergrund prüfen, bevor man etwas daran befestigt. Material selbst beurteilen, statt dem Etikett zu glauben. Und lieber eine Stunde länger überlegen, als etwas zu bauen, das in fünf Jahren jemand anders wieder aufmachen muss.
Vom Stein ans Seil
Zwischen Stein und Seil lag nur ein kurzer Weg. In Edinburgh und Glasgow habe ich an denkmalgeschützten Fassaden gearbeitet, wo beides zusammenkommt: Restaurierung mit Kalkmörtel und Geduld, ausgeführt im Abseilen. An einem denkmalgeschützten Hotel waren es 130 Schiebefenster — Sandmastix und Farbe, von Hand, am Seil. Denkmalschutz verzeiht keine Abkürzung, und ein Seil verzeiht keine Schlamperei. Beides zusammen ist eine gute Schule.
2023 habe ich Mantodeus in Schottland gegründet; seit Oktober 2025 arbeiten wir von Berlin aus. Der Name ist aus zwei Teilen gebaut: Mantodea, die Ordnung der Fangschrecken, und deus, Gott — göttliche Gottesanbeterin. Als Kind wollte ich Entomologe werden, und unter allen Gliederfüßern war die Gottesanbeterin mein Favorit: tödlich präzise, kraftvoll ästhetisch. Und eine verdammt gute Kletterin.
Was davon in Berlin übrig ist
- Substanz vor Tempo. Wer gelernt hat, eine Mauer ohne Zement zu bauen, verankert auch keine Netze durch die Dämmung.
- Material prüfen, nicht glauben. Am Steinbruch entscheidet das Auge, welcher Block taugt. Bei Edelstahl entscheidet der Magnet- und Spot-Test beim Wareneingang.
- Handarbeit dort, wo sie zählt. Denkmalfassaden im Abseilen bringen einem bei, dass sich Sorgfalt und Höhe nicht ausschließen.
Lernen Sie uns kennen
Am einfachsten bei einer Besichtigung vor Ort: Sie zeigen uns das Problem, wir sagen Ihnen ehrlich, was nötig ist — und was nicht.